Saisonfazit A-Junioren 2009/2010

Aus RB Leipzig Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Klassenerhalt dank Schützenhilfe

Nur dank des Aufstiegs der Magdeburger A-Junioren, die sich in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig durchsetzten, konnten die U19-Junioren des RB Leipzig den Klassenerhalt am Saisonende gefeiert werden. Es stellte den positiven Höhepunkt einer turbulenten Saison dar.

Bereits die Vorbereitung auf die Spielzeit begann abenteuerlich, denn kurzerhand wurden dem in der Insolvenz befindlichen FC Sachsen Leipzig vier Nachwuchsmannschaften samt Spielklassen für 100.000 Euro abgekauft. Dazu gehörten auch die in der Regionalliga spielenden A-Junioren. Durch die Wirren der Insolvenz hatten sich viele Spieler schon anderen Vereinen angeschlossen, entweder weil sie den Junioren entwachsen waren (Jahrgang 1990) oder weil sie keine Perspektive mehr beim FC Sachsen sahen. Besonders die Spieler jüngeren Jahrgangs, 1991, verstreuten sich über ganz Mitteldeutschland: Das hoffnungsvollste Talent, Paul Schinke, wechselte zur zweiten Mannschaft des FC Energie Cottbus, Vincent Müller und Florian Herrmann heuerten beim Halleschen FC an, Stürmer Nico Tabel versuchte sein Glück in Aue und Kevin Baierlein sowie Jakob Winkler unterschrieben Verträge für die zweite Mannschaft des FC Sachsen Leipzig. Mit Alexander Bury blieb lediglich ein Spieler des älteren A-Junioren-Jahrganges 1991 dem Team erhalten.
Auch bei den aufrückenden 1992ern gab es Abgänge zu verzeichnen: Mit Falko Löser und Djamal Ziane wechselten zwei Leistungsträger in die Lausitz, zu den Bundesliga-A-Junioren von Energie Cottbus.
Die Mannschaft rekrutierte sich aus dem „übrig gebliebenen Rest“ an Spielern, die hauptsächlich dem Jahrgang 1992 angehörten und somit ihre erste A-Junioren-Saison absolvieren sollten. Um die Breite des Kaders zu erhöhen, gehörten auch drei Spieler mit Geburtsjahr 1993 dem Aufgebot an, die in der B-Jugend lediglich Ergänzungsspieler gewesen wären.
Unter diesen Voraussetzungen konnte das Ziel nur Klassenerhalt lauten. Diese Aufgabe wurde dem neuen Trainerteam Christian Dittmar und Dominik Cegla zugetragen.

Obwohl der Saisonstart mit einem 3:2 Sieg gegen Tasmania Gropiusstadt erfolgreich war, musste man schnell einsehen, dass man sich über die gesamte Spielzeit mit einem Platz in der unteren Tabellenhälfte anfreunden musste. Selbst gegen das sonst chancenlose Team aus Merseburg tat man sich schwer und erreichte nur einen denkbar knappen 2:1-Sieg. So kam auch das Ausscheiden im Achtelfinale des Landespokals gegen Dynamo Dresden nicht überraschend. Nachdem das Team am Ende der Hinrunde 16 Punkte gesammelt hatte, konnte man mit Kilian Lion Gildenberg von Lok Leipzig und Gregor Spitzke, der aus Australien zurückkehrte, zwei Neuzugänge begrüßen. Damit erhöhte man die dringend benötigte Breite des Kaders. Durch ein einwöchiges Trainingslager in Kaiserau holt sich die Mannschaft neuen Schwung für die Rückrunde. Diese Vorbereitung schien Früchte zu tragen. Nach den ersten sieben Spielen im neuen Jahr hatte das Team dreizehn Punkte mehr auf dem Konto, darunter vier Siege und ein sehr respektables Unentschieden gegen den Tabellendritten Dynamo Dresden. Doch nach knappen Niederlagen gegen den Chemnitzer FC und den direkten Tabellennachbarn Lokomotive Leipzig war diese positive Bilanz dahin. „Aus taktischen Gründen“ übernahm Nachwuchskoordinator und U17-Trainer Ivo Jungbauer die Aufgabe des Trainers für die letzten Begegnungen und beorderte gleich vier seiner B-Junioren-Spieler mit zur A-Jugend.
In den letzten vier Partien gegen Türkiyemspor Berlin, Staaken, Borea Dresden und den 1. FC Magdeburg musste gepunktet werden, um den Klassenerhalt aus eigenen Mitteln zu sichern. Doch nur gegen erstere gelang es drei Punkte zu sichern, in den restlichen Partien kassierte man Pleiten. Wie schon während der gesamten Spielzeit gelang es der Mannschaft nie eine Siegesserie zu starten, Erfolge blieben Stückwerk. Bezeichnend war die schwache Offensive, die mit 34 Toren die zweitschlechteste Quote aller Teams der Liga aufwies. In sieben von den insgesamt zehn siegreichen Spielen gewann man knapp mit einem Tor Vorsprung und in zehn weiteren Spielen blieb man sogar ohne eigenen Torerfolg.
Stabiler erwies sich dagegen die Hintermannschaft. Mit 47 Gegentoren rangierte man im Mittelfeld. Auch gegen Spitzenmannschaften verlor man nie höher als mit drei Toren Differenz. So blieb am Ende nur der 10. Platz.

Diese Platzierung hätte unter normalen Umständen für den direkten Klassenerhalt gereicht. Doch da mit Carl-Zeiss Jena, Tennis Borussia Berlin und Rot-Weiß Erfurt gleich drei Mannschaften aus dem Gebiet des NOFV aus der Bundesliga absteigen mussten, erhöhte sich auch die Zahl der Regionalligaabsteiger um zwei. Nun lag es an den Magdeburgern, die als Zweiter in der Relegation um den Bundesligaaufstieg kämpften, den Jungbullen den Klassenerhalt zu sichern – mit glücklichem Ausgang für die Magdeburger und damit auch für die Leipziger. Paradoxerweise sollten mit Matthias Buszkowiak, Benjamin Girth und Oliver Laube zur neuen Saison drei Spieler dieser erfolgreichen Mannschaft zu RB Leipzig wechseln…